Die Schweizer Aquakultur ist nach wie vor ein kleiner Sektor, der sich jedoch inzwischen als strategischer Pfeiler unserer Ernährungssouveränität behauptet. 2023 erreichte die nationale Produktion etwa 2'900 Tonnen Fisch und Krustentiere, während der Schweizer Konsum bei mehr als 76'000 Tonnen jährlich liegt: Es werden also weniger als 3 % unseres Fischs in der Schweiz produziert; der Rest wird importiert. Unter diesem Aspekt muss der Bund die Aquakultur umfassend als festen Bestandteil der Agrarpolitik anerkennen und in die Unterstützungsinstrumente der nationalen Produktion integrieren. Diese Produktion beruht im Wesentlichen auf der Regenbogenforelle (1'400 t), dem Barsch (700 t) und dem Atlantiklachs (320 t); hinzu kommen Zander, Saibling und einige Crevettenprojekte.
Schweizer Aquakultur
Seit einigen Jahren erlebt die Branche sowohl anhaltendes Wachstum als auch starke wirtschaftliche Turbulenzen. Der Anstieg der Energiekosten und der Preise importierter Lebensmittel, der Siedlungsdruck und die hohen Investitionen in Kreislauf-Aquakulturanlagen (RAS) belasten viele Betriebe bis hin zum Konkurs oder der Übernahme bestimmter Standorte. Parallel dazu ist die Nachfrage nach frischem, rückverfolgbarem und nachhaltigem Schweizer Fisch sowohl in der Gastronomie als auch im Direktverkauf grösser denn je.
Die im Januar 2026 unter dem Titel «Aquaculture Day» organisierte Veranstaltung zum Tag der Aquakultur hat gezeigt, dass die Branche einen Wendepunkt erreicht hat. Unter der Überschrift «How much is the fish?» haben Produzenten, Verteiler, Wissenschaftler und Behörden über drei Schlüsselfaktoren diskutiert: Wirtschaft, Innovation und staatliche Massnahmen. Die zentrale Botschaft ist klar: Zur Konsolidierung der Schweizer Aquakultur ist es erforderlich, gleichzeitig die Rentabilität der Betriebe zu verbessern, wasser- und energieeffiziente Technologien zu fördern und die Fischproduktion in den vorhandenen Agrar- und Klimainstrumenten zu verankern.
Über die Zahlen hinaus hat dieser erste Aquaculture Day vor allem einen gemeinsamen Willen aufgezeigt: aus der Schweizer Aquakultur eine unter Umweltaspekten beispielhafte, wirtschaftlich tragfähige und von der Öffentlichkeit und dem Bund anerkannte Produktion als glaubwürdige Alternative zu Importen zu machen.